Glossar

Innovationslabor

Digital- und Innovationslabore sind Innovationstreiber für das gesamte Unternehmen, aber auch für kollaborierende Unternehmen und die Wirtschaftsregion. Das primäre Ziel eines Innovationslabors ist, in einem schnellen kundenorientierten Prozess Innovationen auf Wirtschaftlichkeit, Problemlösungspotentiale und Umsetzbarkeit zu prüfen. Ein Digitallabor fokussiert sich dabei insbesondere auf Innovationen für das Digitalgeschäft von Unternehmen.

Innovationslabore tragen zur schnellen Entwicklung von Produkten, Konzepten und Werbung bei. Der Prozess ist dabei kundenorientiert und an Verwendungs- und Kaufmotiven orientiert. In einen Innovationsprozess werden im Voraus definierte Stakeholder einbezogen. Entscheidend in Laboren sind die schnelle Durchführung von Innovationen mit Kundenfeedback, sowie eine Akzeptanz im Unternehmen. Es bestehen von Unternehmen verschiedene Mehrwerte und Motivationsaspekte, um Innovationslabore zu nutzen. Es besteht bspw. die Möglichkeit mit wenig Aufwand Sachverhalte zu testen, das Portfolio weiterzuentwickeln, Atmosphäre für Innovationen zu schaffen, Kooperationspartner zu finden und kundenbezogen zu arbeiten ohne dabei durch einen ergebnisoffenen Prozess dem Tagesgeschäft zu schädigen.

Innovationslabore sind nur eine Form von ausgelagerten Innovationseinheiten. Andere Formen sind bspw. Innovation-Hubs oder Inkubatoren. Einige Innovationseinheiten sind stark nach Startups ausgerichtet und andere besitzen einen nicht so hohen Öffnungsgrad, arbeiten aber trotzdem kundenorientiert.

Mitarbeiter in ausgelagerten Innovationseinheiten müssen unter hoher Unsicherheit und mit großer Offenheit arbeiten, um die Chance zu haben innovative Ergebnisse zu erzielen. Dazu kommt besonders die Bereitschaft und Fähigkeit sich mit verschiedenen Menschen im Rahmen des Innovationsprozesses zu vernetzen und über den Tellerrand hinaus zu schauen. In der Industriebranche werden Unternehmen bspw. ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wie z.B. der dritten und vierten industriellen Revolution mit den Kontexten Digitalisierung und Vernetzung. Im Kontext „Industrie 4.0“ müssen fünf verschiedene Entwicklungen beachtet werden, um den Wandel einzuleiten. Die Entwicklungen sind Internet of Things, Robotik, Schnittstellen, Generationen und Finanzierungen.

Die Innovationsstrategie setzt den Rahmen, in welchem Innovationslabore als Innovationsförderer des Unternehmens arbeiten. Die Strategie bestimmt bspw., welche Ziele verfolgt werden, inwieweit Innovationen nach außen geöffnet werden und welche Regeln und Grenzen eingehalten werden müssen. Die Innovationsstrategie ist stark an die Unternehmensstrategie gekoppelt.

Quellen:

  • Ematinger R. 2018. Von der Industrie 4.0 zum Geschäftsmodell 4.0 – Chancen der digitalen Transformation. 1. Auflage. Springer Gabler, Wiesbaden.

    Globocnik D, Salomo S. 2014. Erfolgsfaktoren des strategischen Innovationsmanagements – Ergebnisse der Benchmarkstudie innovate! Austria. In Innovationsstrategien – Von Produkten und Dienstleistungen zu Geschäftsmodellinnovationen, Granig P, Hartlieb E, Lercher H (Hrsg.). Springer Gabler: Wiesbaden; 55-70.

  • Lönneker J. 2008. Neue Produkte schneller am Markt: Vorsprung durch Innovationslabors. Marketing Review St. Gallen 25 (6): 23-28. (Roth und Jonas, 2018: 79)
  • Martinich L. 2005. Being Open: Managing Innovation. IEEE International Engineering Management Conference, St. John’s Newfoundland Canada: 359-362.
  • Obermaier R. 2017. Industrie 4.0 als unternehmerische Gestaltungsaufgabe: Strategische und operative Handlungsfelder für Industriebetriebe. In Industrie 4.0 als unternehmerische Gestaltungsaufgabe: Betriebswirtschaftliche, technische und rechtliche Herausforderungen, Obermaier R (Hrsg.). 2. Auflage. Springer Gabler: Wiesbaden; 3-34.
  • Von den Eichen S F, Mack T, Matzler K. 2018. DIE POWER VON START-UPS NUTZEN – Etablierte Unternehmen müssen nicht alles allein machen. So erkennen Sie, welche Art von externem Innovationslabor zu Ihnen passt. Havard Business Manager (4): o.S.