Open Innovation

Die Ursprünge von Open Innovation liegen in der Definition von Chesbrough (2003). Chesbrough definiert Open Innovation als Paradigma, in dem besonders die Ideenquelle und die Verwendung der Ideen Kernmerkmale sind. Die Ideenquelle, sowie auch die Verwendung der Idee kann intern und extern sein. In einer Zusammenarbeit von zwei Firmen kann also bspw. eine Idee in Firma B entstehen und in Firma A, oder sogar außerhalb der beiden Firmen, Verwendung finden.

Es gibt verschiedene Ausprägungen von Open Innovation. Eine Form von Open Innovation ist Crowdsourcing. Bei Crowdsourcing werden die Ideen bspw. aus einer offenen Community eingesammelt und ausgewählt.

Bei Open Innovation wird der klassische bzw. der geschlossene Wertschöpfungsprozess des Unternehmens also geöffnet und es gibt neue Rollen im Prozess. Der Innovationsprozess wird neu definiert, indem nicht mehr die Rolle oder die Unternehmenszugehörigkeit der Person, die neues Wissen einbringt entscheidend ist, sondern das Wissen an sich – die Inhalts- und Beziehungsebene werden entkoppelt. Bei der Open Innovation können externe Ressourcen genutzt werden, welche jedoch neu kombiniert oder in anderen Bereichen eingesetzt werden sollten. Zu der Nutzung externer Ressourcen tragen bspw. Wissensmanagement- und Bewertungsprozesse, sowie Belohnungs- und Anreizsysteme unterstützend bei.

Open Innovation ist besonders durch die schnellen technologischen Weiterentwicklungen motiviert. Aufgrund des steigenden Wettbewerbsdrucks ist es auch unabdingbar einen neuen Weg zu gehen. Die Öffnung und Vernetzung der Innovationen tragen ebenso zu der Überwindung von Barrieren bei, wie auch zum Meistern von Komplexität und ganzheitlichem Handeln.

Das Gegenteil von Open Innovation ist Closed Innovation. Die Closed Innovation ist ein nach innen gerichteter Innovationsprozess, der besonders im frühen 20. Jahrhundert erfolgreich angewendet wurde. Closed Innovation hat der damaligen Wissenslandschaft entsprochen, was im 21. Jahrhundert nicht mehr der Fall ist.

Quellen:

  • Chesbrough H W. 2003. Open Innovation: The New Imperative for Creating and Profiting from Technology. 1. Auflage. Havard Business School Press, Boston Massachusetts.
  • Fu L, Liu Z, Zhou Z. 2019. Can Open Innovation improve firm performance? An investigation of financial information in the biopharmaceutical industry. Technology Analysis & Strategic Management 31 (7): 776-790.
  • Granig P. 2016. InnovationCamp©: QuerdenkerInnen designen Innovationen. In Innovationsstrategien – Von Produkten und Dienstleistungen zu Geschäftsmodellinnovationen, Granig P, Hartlieb E, Lercher H (Hrsg.). Springer Gabler: Wiesbaden; 223-244.
  • Rudzinski C V. 2016. Strategic Foresight & Open Innovation: Sinnvolle Nutzung des Open Innovation Ansatzes in strategischen Trend- und Zukunftsforschungsprozessen. In  Geschäftsmodellinnovationen: Vom Trend zum Geschäftsmodell, Granig P, Hartlieb E, Lingenhel D (Hrsg.). 1. Auflage. Springer Fachmedien: Wiesbaden; 175-188.
  • Von den Eichen S F et al. 2014. Woran Geschäftsmodellinnovationen scheitern – Eine Barrieren-orientierte Bestandsaufnahme. In Innovationsstrategien – Von Produkten und Dienstleistungen zu Geschäftsmodellinnovationen, Granig P, Hartlieb E, Lercher H (Hrsg.). Springer Gabler: Wiesbaden; 147-160.
  • Von den Eichen S F, Cotiaux N, Wirdhirt K. 2016. Open Innovation – ein Erfahrungsbereicht. In Geschäftsmodellinnovationen: Vom Trend zum Geschäftsmodell, Granig P, Hartlieb E, Lingenhel D (Hrsg.). 1. Auflage. Springer Fachmedien: Wiesbaden; 107-118.
  • Zobel A-K. 2017. Benefiting from Open Innovation: A Multidimensional Model of Absorptive Capacity. Journal of Product Innovation Management 34 (3): 269-288.
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Erdem ist Projektleiter und Innovationsmanager im DOCK ONE. Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens mit dem Schwerpunkt auf Produktionswirtschaft und Logistik, hat Erdem über die Innovation industrienaher Dienstleistungen promoviert. Sein Tätigkeitsschwerpunkt im DOCK ONE liegt auf der Entwicklung digitaler Wertversprechen und Geschäftsmodelle.