48 Stunden „EAT, SLEEP, CODE, REPEAT“ beim Hackathon Bremen 2019

Beim Hackathon Bremen 2019 entstehen innovative Lösungsansätze für die Industrie von morgen

Am vergangenen Wochenende versammelten sich im kraftwerk city accelerator bremen mehr als 100 „Hacker“, IT-Begeisterte und Vertreter aus der Industrie zum Hackathon Bremen. Veranstaltet wurde das Event vom DOCK ONE, dem Digital- und Innovationslabor der Lenze Gruppe. Unter dem Motto „EAT, SLEEP, CODE, REPEAT“ ging es beim Hackathon Bremen darum mit neuen Ansätzen und Technologien Lösungen für bestehende Herausforderungen von Industrieunternehmen zu entwickeln – und das an nur einem Wochenende. Die Teilnehmer konnten dabei aus verschiedenen Challenges der teilnehmenden Partner wählen und diese in Teamarbeit angehen. Am Sonntagnachmittag wurden die Lösungen schließlich vor einer Fachjury gepitcht und mit Preisgeldern prämiert.

Mit Airbus, BLG Logistics Group, CGI, DMK Deutsches Milchkontor, encoway, Lenze, logicline und Saacke waren namhafte Industrieunternehmen aus der Region mit von der Partie. Jedes Unternehmen hat zu Beginn des Hackathons eine eigene Challenge vorgestellt und Preisgelder für die beste Lösung ausgelobt. Bei den Challenges handelte es sich jeweils um bestehende Problemstellungen aus den Unternehmen. Bei der Saacke-Challenge ging es beispielsweise darum, einen analogen Gaszähler einer Feuerungsanlage durch das Anbringen von Sensoren zu digitalisieren, um eine automatisierte Datenmessung zu ermöglichen. Bei der BLG-Challenge bestand das Ziel darin, die Rolltore einer Lagerhalle „intelligent“ zu machen, sodass diese ein einfahrendes autorisiertes Fahrzeug erkennen und sich automatisch öffnen können. Jakub Piotrowski, Leiter Digitalisierung und Nachhaltigkeit bei der BLG, zeigte sich äußerst zufrieden mit der beim Hackathon entwickelten Lösung: „Die technologisch sehr hochwertig und clever umgesetzte Lösung des Siegerteams ‚BarGate‘ begeistert durch die Einfachheit aus Sicht der Anwender. Einfach toll, was das Team in 48 Stunden umgesetzt hat. Wir freuen uns schon, weiter am Prototypen zu arbeiten und den Ansatz in die Praxis zu überführen“.

So international wie nie

Nach der Vorstellung durch die Sponsoren haben sich die rund 100 Teilnehmer, je nach Interesse, für eine der Challenges oder eine eigene Idee entschieden und anschließend Teams gebildet, um die nächsten zwei Tage intensiv an Prototypen zu arbeiten. In diesem Jahr waren auch zwei Schülerteams mit dabei, welche das SZ Utbremen und die International School of Bremen (ISB) vertreten haben. Nicht nur durch die ISB, sondern auch insgesamt, war das Teilnehmerfeld sehr international geprägt. So bestand ein Team aus sieben Teilnehmern aus sieben verschiedenen Nationen. Außerdem gab es in diesem Jahr ein besonderes Highlight: Mit dem „Russian HackTeam“ waren 5 Teilnehmer aus Russland vertreten, die für den Hackathon Bremen aus Moskau und Sankt Petersburg angereist sind.

Der Spaß steht im Vordergrund

Hackathons entstammen der IT-Szene. Innerhalb eines festgelegten Zeitraums entstehen zumeist digitale Lösungen zu einem vorab festgelegten Thema. Kollaboration zwischen den Teilnehmern ist gefragt. Für die Teilnehmer geht es dabei vor Allem um den Spaß an der Sache und die Begeisterung dafür, in kürzester Zeit etwas vollkommen Neues zu entwickeln. Auch der Bezug zu realen Problemstellungen aus der Industrie war für die Teilnehmer besonders interessant, da dies etwa im Studium häufig viel zu kurz komme, so einer der Teilnehmer.

Schwierige Entscheidungen

Zum Abschluss des Hackathons wurden die Ergebnisse auf der Bühne gepitcht. Jedes Team hatte drei Minuten Zeit, um die eigene Lösung vor dem Publikum und der Jury zu präsentieren. Die Jury, welche für jede Challenge und in den Kategorien „Beste Umsetzung“ und „Bester Pitch“ ein Gewinnerteam bestimmen musste, tat sich bei dieser Aufgabe besonders schwer. Am Ende des Tages mussten sich das „Russian Hack Team“ und das Schülerteam der ISB den Preis für den besten Pitch teilen. Der von der Lenze Gruppe ausgelobte Hauptpreis für den „Besten Pitch“ wurde kurzerhand von Frank Maier, Vorstand der Lenze SE, verdoppelt, sodass beide Teams je mit 1.000 EUR prämiert wurden. Für die Challenges der Sponsoren wurden insgesamt 4.250 EUR ausgelobt und an die Teams mit den besten Lösungen ausgeschüttet.

Auf den Weg gemacht

Für die Veranstalter und die Sponsoren war der Hackathon Bremen 2019 ein voller Erfolg und eine weitere Bestätigung für das Potenzial dieses Formates. Der Hackathon Bremen 2020 soll an diesem Erfolg anknüpfen und ist bereits in Planung. „Mit dem Hackathon Bremen geben wir Industrieunternehmen den Raum zum Ausprobieren neuer Ansätze und innovativer Technologien. Gleichzeitig können die Teilnehmer ihre Fähigkeiten auf reale Probleme aus der Industrie anwenden. Der Hackathon Bremen bringt beide Seiten zusammen und wird so zu einem Ort, an dem die Industrie von morgen entsteht.“, so Dr. Erdem Galipoğlu, Innovationsmanager im DOCK ONE. „Als Innovations- und Digitallabor sehen wir unsere Rolle darin, vorauszugehen und für Mut zu werben, auch mal unkonventionelle Wege zu beschreiten und immer aufs Neue die eigenen digitalen Möglichkeiten auszuschöpfen.“

Autor: Erdem
Erdem ist Projektleiter und Innovationsmanager im DOCK ONE. Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens mit dem Schwerpunkt auf Produktionswirtschaft und Logistik, hat Erdem über die Innovation industrienaher Dienstleistungen promoviert. Sein Tätigkeitsschwerpunkt im DOCK ONE liegt auf der Entwicklung digitaler Wertversprechen und Geschäftsmodelle.