Unser erster Design Sprint – Ein Erfahrungsbericht

Vom 27.01.-31.01.2020 haben wir im DOCK ONE das erste Mal die Methode des Google Design Sprints angewendet[1] und möchten unsere Erfahrungen mit Ihnen teilen. Wir haben uns von der Woche insbesondere einen schnellen („leanen“) Durchlauf von einer ersten Fragestellung bis zur ersten Validierung erhofft, ohne uns in „hätte, wenn und aber“ zu verlaufen. Besonders als Innovationslabor leben wir von einer hohen Geschwindigkeit im Innovationsprozess, die wir mit den bisherigen Herangehensweisen nicht immer gewährleisten konnten.

 „In einer Woche von einer konkreten Fragestellung zu einem getesteten Prototypen.“

Die Woche haben wir zu großen Teilen in einem vierköpfigen interdisziplinären Kernteam verbracht, wobei zeitweise ein Market-Researcher und ein Domänenexperte hinzugezogen wurden. Am Ende der Woche haben potenzielle Anwender den ersten Prototypen getestet.

Wir sind besonders überrascht von den großen Fortschritten innerhalb von lediglich einer Woche. Der Sprint ist ein aufschlussreicher Auftakt für ein Innovationsprojekt im DOCK ONE. Die Methodik hat besonders die Intensität, die Interdisziplinarität und die Nutzerzentrierung unserer Zusammenarbeit bestärkt. Die gesamte Woche lang herrschte eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre ohne Unterbrechungen, was in einem klassischen Arbeitsalltag häufig nicht möglich ist. Das Feedback der Tester am Ende des Design Sprints war ebenfalls positiv, was unseren guten Eindruck bezüglich des Sprints unterstreicht.

Der Design Sprint lebt von der Nutzerzentrierung. Die Erfahrung mit unserem ersten Design Sprint hat uns gezeigt, dass wir in Zukunft noch mehr potenzielle Nutzer und Domänenexperten in unsere Durchläufe integrieren werden. Zusätzlich stellen wir zur Diskussion, ob es nicht sinnvoll sein könnte, das nächste Mal Betrachtungen wie das Value Proposition Design[2] oder das Business Model Canvas[3] aktiver und direkter in den Design Sprint zu integrieren. So wäre es möglich gewesen noch strukturierter und zielgerichteter Hypothesen im Gesamt- und Nutzerkontext abzuleiten und zu testen.

Als besonders wertvoll haben sich die Interdisziplinarität und die damit verbundenen unterschiedlichen Perspektiven an Tag 3 (Phase Entscheiden) herausgestellt. Durch den „Kampf um die beste Lösung“ haben wir es geschafft, den potentiellen Anwendern am 5. Tag einen durchdachten ersten Prototyp bereitzustellen.

Ebenfalls als positive Erfahrung zu nennen ist, dass der zeitlichen Rahmen mit den einzelnen Phasen zu jeder Zeit eine straffe, aber zugleich auch eine offene, lockere und kreative Arbeitsatmosphäre zugelassen hat. Wir haben bei einigen Phasen den zeitlichen Rahmen im Voraus als zu großzügig oder zu knapp bemessen vermutet.

Nicht außer Acht zu lassen bei unserem Design Sprint ist aber auch unser Konzentrationstief am 3. und 4. Sprinttag. Besonders bei und nach dem „Kampf um die beste Lösung“ hat die Leistung bei dem gesamten Team nachgelassen. Hier ist Optimierungspotenzial für den nächsten Durchlauf.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Design Sprints oder planen Sie Ihren ersten Sprint? Wir freuen uns über einen Erfahrungsaustausch und Ihr Feedback zu unserem DOCK ONE („Google“) Design Sprint. Treten Sie gerne mit uns in Kontakt (moin@dock.one), um auch ggf. einen gemeinsamen Design Sprint mit Ihrer Fragestellung / Herausforderung zu planen.


[1] angelehnt an: Knapp J. et al. (2016): Sprint: Wie man in nur fünf Tagen neue Ideen testet und Probleme löst, Redline Verlag

[2] Vgl. Osterwalder A. et al. (2015): Value Proposition Design: Entwickeln Sie Produkte und Services, die Ihre Kunden wirklich wollen. Die Fortsetzung des Bestsellers Business Model Generation!, Campus Verlag

[3] Vgl. Osterwalder A. et al. (2011): Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer, Campus Verlag

Author:
Seeko ist Business Developer im DOCK ONE. Er hat Wirtschaftsinformatik und im Master Betriebswirtschaftslehre studiert. Seine Aufgaben umfassen insbesondere das Ideenmanagement, Projektmanagement und die Geschäftsmodellentwicklung.